ibu Ingenieurbüro für Baubiologie und Umweltmesstechnik Dr.-Ing. Martin H. Virnich
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"Messung + Analytik"

 

Chemische Untersuchungen

Probenahme
Probenahmeeinrichtung zur Messung
von Luftschadstoffen

Vorgehensweise

1. Begehung / Ortstermin

Beim Ortstermin in der Wohnung erfolgt zunächst eine Begehung und Inaugenscheinnahme der Räume auf Verdachtsmomente für die vermuteten Belastungen.

Gemeinsam mit dem Auftraggeber wird auf Basis der Ergebnisse der Begehung die Probenahmestrategie für die nachfolgenden Untersuchungen diskutiert und festgelegt.

Die Untersuchungsergebnisse werden in einem schriftlichen Gutachten protokolliert und erläutert.
 

2. Untersuchungen auf chemische Schadstoffe

Die unten aufgeführten Analysen stellen den am häufigsten angewandten Ausschnitt aus dem großen Spektrum der insgesamt möglichen chemischen Untersuchungen dar. Je nach Ergebnis der Begehung können daher auch andere Untersuchungen angezeigt sein.

Bei Luftprobenahmen sind die betreffenden Räume mindestens 8 Stunden vor der Probenahme gründlich querzulüften; anschließend müssen Fenster und Türen geschlossen gehalten werden. In der kalten Jahreszeit sollen die Räume über Nacht weiter normal beheizt werden, da das Ausgasungsverhalten der Stoffe temperaturabhängig ist.

Für die Analysezeit sind i.d.R. ca. zwei bis drei Wochen zu veranschlagen.

Das mit der Durchführung der Analysen beauftragte externe Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 durch die DAP (Deutsches Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH) akkreditiertes Prüfinstitut für

  1. Luftverunreinigende chemische, faserförmige und mikrobiologische Stoffe
  2. Schadstoffe in Gebäuden
  3. Emissionen von Baumaterialien
  4. Bauphysik und Raumklima

2.1    Formaldehyd und höhere Aldehyde

Mittels Probenahmepumpe werden ca. 50 Liter Raumluftvolumen auf eine Probenahmekartusche (Adsorbens: DNPH) gezogen. Das gezogene Luftvolumen wird mittels Gasuhr überwacht. Die Probenahmedauer beträgt ca. 45 Minuten.

Im Labor erfolgt die Analyse (HPLC/UV-VIS, quantitativ, gemäß VDI-Richtlinie 3484 Blatt 3) auf Formaldehyd und 12 höhere Aldehyde: Formaldehyd, Acetaldehyd, Propanal, Butanal, Pentanal, Hexanal, Heptanal, Octanal, Nonanal, Propenal (Acrolein), Butenal, Benzaldehyd, 3-Methylbenzaldehyd (m-Tolualdehyd).

Um die Untersuchungsergebnisse nicht zu verfälschen, darf in den zu untersuchenden Räumen mindestens zwei Tage vor der Probenahme nicht geraucht werden, da Zigarettenrauch Formaldehyd enthält.

2.2 Flüchtige und mittelflüchtige organische Verbindungen / Volatile Organic Compounds (VOC)

Mittels Probenahmepumpe werden jeweils ca. 90 Liter Raumluftvolumen parallel auf zwei Probenahmeröhrchen (Adsorbens: Aktivkohle und XAD/7) gezogen. Durch die Verwendung von zwei unterschiedlichen Probenahmemedien wird das Spektrum der erfassbaren Substanzen erweitert. Die gezogenen Luftvolumina werden mittels Gasuhren überwacht.  Die Probenahmedauer beträgt ca. 60 Minuten.

Im Labor erfolgt die Analyse als Screening auf unbekannte flüchtige und mittelflüchtige organische Substanzen gemäß VDI 4300, Blatt 6. Untersuchungsmethode: GC/MS (Gaschromatographie/Massenspektrometrie) unpolare Verbindungen von Aktivkohle, polarere Verbindungen von XAD/7.

2.3  Hausstaub- und Materialanalysen

Schwerflüchtige organische Verbindungen lassen sich im Hausstaub oder direkt im Material nachweisen. Die Hausstaubanalyse dient der orientierenden Untersuchung, ob überhaupt Quellen für schwerflüchtige Substanzen vorhanden sind und – falls ja – welche Schadstoffe von diesen Quellen abgegeben werden. Die Materialanalyse wird dagegen an Bauteilen oder Einrichtungsgegenständen durchgeführt, die im konkreten Verdacht stehen, Emissionsquellen entsprechender Substanzen zu sein.

Bei der Hausstaubanalyse wird der so genannte „7-Tage-Staub“ untersucht. Nach einer üblichen Reinigung der betreffenden Räume (Staubsaugen, Wischen) dürfen diese ca. eine Woche lang nicht gereinigt werden. Dann werden die Oberflächen des Raumes und der Einrichtungsgegenstände mit dem im Haushalt vorhandenen Staubsauger und einem frischen Beutel gesaugt.

Bei der Materialanalyse wird ein Stück Material von der Oberfläche des zu untersuchenden Gegenstandes entnommen. Soweit möglich, erfolgt dies an optisch unauffälligen Stellen.

Im Labor erfolgt die Analyse der Proben mittels GC/MS (Gaschromatographie/Massen­spek­tro­metrie) auf 70 mittel- und schwerflüchtige Schadstoffe: 6 PCB, 29 Biozide incl. PCP und Lindan, 9 Pyrethroide + 1 Synergist, 16 PAK nach EPA (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), 7 Flammschutzmittel, 2 Isothiazoline, 6 Holzschutzmittel (Lindan, PCP, DDT, Dichlofluanid, Permethrin, Octachlordibenzodioxin).

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